WIYP006: Gladiatoren auf der Polly Pocket-Insel

Nach einem buchstäblich eher rumpeligen Start lernen wir heute so einiges über Hilfsmittel aller Art, dass Toby Rechtsträger ist und wie man mit Packer pinkeln oder penetrativen Sex haben kann. Und während wir uns dabei köstlich amüsieren, werden wir wenige Minuten später sehr ernst wenn es um Passing, das Leben im Verborgenen und gesellschaftliche Normen geht.

 

Dauer: 1:09:00

Shownotes:

 

Mit dabei:

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Das Kleingedruckte:

Diese Episode von What's in your pants? wurde am 14.02.2017 aufgenommen. Veröffentlicht wurde sie am 28.02.2017. Unser Podcast steht unter Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International License Vielen Dank an Daniela vom ESC-Schnack, die unser Intro gesprochen hat. Die Musik dazu heißt "Beat your competition" und ist frei verwendbar aus der Youtube-Bibliothek.

10 Gedanken zu „WIYP006: Gladiatoren auf der Polly Pocket-Insel“

  1. Hi Toby,

    wow. Heute musste ich mehrfach schlucken beim Hören – und das war echt gut so. Ich bin dir sehr dankbar, dass du deine Gedanken so offen mit uns teilst. Das ist alles andere als selbstverständlich! Ich würde mir wünschen, dass alle Cis-Menschen mal zumindest in die letzten 13 Minuten des heutigen Podcasts reinhören würden. Meine Güte, was für ein fucking gesellschaftliches Privileg ist es bitte, einen Körper zu haben, der zum eigentlichen Geschlecht passt – und damit in die gesellschaftlichen Normen zu passen, “normal” zu sein (ich hasse das Wort so sehr…). Dieses Privileg zu reflektieren, uns klar zu machen, dass wir Cis-Menschen damit eine machtvolle Position einnehmen, dass wir es sind, die Normen vorleben und denen eher zugehör wird, sollte unsere Aufgabe sein, die wir daraus mitnehmen.

    Natürlich kann di*er einzelne Mensch nicht die komplette Gesellschaft verändern – aber es wäre doch schön, wenn ein Perspektivwechsel uns ab und zu mal aus unserer (zu) sicher geglaubten Ordnung der Welt stoßen könnte. Das machst du mit diesem Podcast möglich. Ich danke dir! <3

    Transobjektive Grüße
    Becci

    1. Liebe Becci!

      Mal wieder vielen Dank für deine aufmunternden Worte, dein Verständnis, deine Toleranz – eben einfach DANKE, dass du so bist, wie du bist! Und ja – ihr Cis-Menschen habt ein verdammtes Privileg…..besser hätte ich es nicht sagen können. Und es ist genau das, was mir so weh tut! Jetzt, wo ich irgendwie nicht mehr “zu euch” gehöre, sondern zu “den anderen”. Ich hoffe, es regt den einen oder anderen zum Nachdenken an.

      Greetz, Toby

  2. So zotig, wie ihr Beiden auch des Öfteren an das Thema herangeht und ich herzhaft mit Euch Lachen kann, heute Morgen standen mir die Tränen in den Augen. Als Toby darüber sprach, was die Beweggründe für ihn sind, diesen Weg zu gehen. Ich verstehe den sehnlichen Wunsch, sich durch männliche Merkmale von kritischen Blicken und fehlender Anerkennung befreien zu können sehr gut. Aber noch sehr viel mehr wünsche ich mir für ihn und für uns alle eine Welt ohne diese abwertenden gesellschaftlichen Normen. Eine Welt, wo jede/r/s das sein kann, was er/sie/es ist und so bleiben kann, wie Mutter Natur es/sie/ihn in diese Welt gesetzt hat. – Keine Frage, das Schubladendenken hilft uns bei der Bewältigung des Alltags. Dafür taugt es. Aber niemand darf dabei zu Schaden kommen. In jeder ruhigen Minute sollten wir uns stets vor Augen halten, dass alle Kategorisierungen nur ein Behelf sind. Ein Werkzeug, aber niemals eine Vorschrift. Es gibt nicht schwarz oder weiß, sondern nur alle Farben von grau. Bei Allem. Immer.

    1. Lieber Martin!

      Was für ein bewegender, emotionaler Kommentar deinerseits! Hab Dank für deine Offenheit! Ich wünschte mir auch, die Welt wäre eine andere, wo all diese Kategorisierungen keine Rolle spielen. Der Mensch ist übrigens die einzige Spezies auf unserem Planeten, die “nur” zwei Geschlechter besitzt….irgendwie recht anmaßend, wie so vieles was der Mensch veranstaltet…..

      Greetz, Toby

  3. Hej Toby!
    Jetzt nochmal hier – meine gefühlt drei Seiten Kommentar sind (wie ich schon drüben bei Twitter sagte) zu einem einzigen Ding zusammen geschnurrt, nämlich wirklich dem Wunsch danach, dass die Welt sich eines Tages zu so etwas wie diesem offenen und freien Paradies entwickeln möge.

    Ich möchte noch etwas zum Thema Vorbilder und stark sein sagen.
    Denn Du beschreibst ja ein Paar Beispiele von Menschen, deren Art, mit ihrem Trans-Sein umzugehen, Du bewunderst und die Dir imponiert (nicht nur Dir übrigens!!!).
    Und dass Du diese Stärke nicht hast (noch nicht vielleicht?).
    Dazu kann ich nur sagen:
    Ich finde es verdammt stark, was Du hier zusammen mit Jörn machst.
    Du machst es mehr als deutlich, wie dringend wir alle von den Geschlechterzuschreibungen runter kommen müssen.
    Es muss wahnsinnig anstrengend sein, wenn man sich jedes Mal, bevor man das Haus verlässt, überlegen muss, wie man im Falle des Falles reagieren wird, was man sagt, wie weit man geht, was man zulassen kann/will und was nicht…uff.
    Insofern kann ich diese ganzen Passingstrategien sehr gut nachvollziehen, aber es macht auch traurig, dass sie (noch?) so nötig sind. Und es macht noch trauriger, dass es vermutlich noch eine halbe Ewigkeit dauern wird, bis wir alle da weiter sind. Von den ganzen reaktionären und konservativen Bewegungen mal ganz zu schweigen.
    Für mich bist Du auf alle Fälle ein Vorbild und sehr sehr mutig.

    1. Liebe Sternenguckerin!

      Wahre Worte, die du da sprichst……ich würde alle meine Follower sofort mitnehmen in dieses “Paradies”. Es gibt (leider) echt so manche Tage, da fühle ich mich weder als Vorbild, noch stark in irgendeiner Weise. Z.B. diese Woche….ich bin es manchmal so dermaßen leid mich erklären zu müssen, Menschen zu korrigieren. Herrgott, dann geh ich halt aufs Damenklo, keine Lust auf dämliche Diskussionen!!!! Ja, starrt ruhig, ihr dämlichen Cis-Menschen! Ich hab keine Kraft zu reagieren, selbstbewusst mit coolen Sprüchen um die Ecke zu kommen….
      Und ja – jeder Gang vor die Tür – hinaus aus meinem “safe space” bedeutet Entscheidungen zu treffen, bedeutet sich “dem Ungewissen” auszusetzen.

      Ich danke dir von Herzen, dass du mich als mutig empfindest! Und es sind eben genau solche Menschen, mit gar wundervollen Eigenschaften, Charaktären & Lebensgeschichten, die mir gerade sehr auf meinem Weg helfen! Ehrlich! Jede & jeder von euch, der sich unseren Podcast anhört und auch nur im gerningsten Maße daran Anteil nimmt, unterstützt mich, lässt mich herzhaft lachen und vor allem hilft es mir nicht aufzugeben! Nicht aufzugeben daran zu glauben, dass wir alle noch viel lernen müssen….auf dem Weg ins Paradies.

      Greetz, Toby

      1. Sehr gerne.

        Jetzt nochmal was zum Klo.
        Ich kann mir, allein von Deinen Foto´s her, gar nicht vorstellen, dass Du auf einem Männerklo Diskussionen führen musst.
        Du siehst für mich nach Mann aus.
        Bisschen androgyn, aber definitiv Mann.
        Wobei es ja…bleiben wir mal bei der paradiesischen Utopie…eigentlich schnuppe sein sollte.
        Was zur Hölle wollen die denn von Dir?
        Ich finde es schlichtweg komplett unhöflich, Leute auf welchem Klo auch immer irgendwie schräg anzuschauen oder gar anzuquatschen, es sei denn, sie sprühen mir ihr aufdringliches Parföngg mit ins Gesicht und ich bin dann ungewollt eingedieselt.
        Oder sie drängeln sich vor.
        Echt jetzt, was für Debatten und Diskussionen sind das?

        Ich hatte irgendwann mal getwittert, dass es hier in Holtenau in einem Restaurant drei Klo`s gibt. Eins für Männer, eins für Frauen, eins für “Regenbogen” – und in dem ist auch der Wickeltisch.
        Meine erste Reaktion war “klasse!”
        Aber mittlerweile denke ich, dass es zwar nett gemeint ist und vielleicht auch manchen hilft, es aber auch gleichzeitig zur Stigmatisierung beiträgt. Weil, wenn Du in die Regenbogentoilette gehst, kannst Du sicher sein, dass Dir die Leute hinterher glotzen werden und anfangen herum zu rätseln, warum Du denn nicht in die “normale” gehst.
        Orrrrr.

        1. Diskussionen musste ich bisher (Gott sei Dank) zumindest auf der Herrentoilette noch nicht führen – aber es bleibt echt verdammt unangenehm….. Und danke, dass du mich bereits jetzt als eher “männlich” wahrnimmst! Ich würde sagen: Beste Voraussetzungen für den Start der Hormontherapie ;)))

          Mit der “Regenbogentoilette” sehe ich es ähnlich wie du. Schön, dass es sowas gibt & in der Theorie total super, aber in der Praxis ist es ungfähr so, als wenn ich die Behinderten-Toilette benutzen würde: Fakt bleibt, irgendwas stimmt ja wohl nicht mit mir, wenn ich DIESES Klo benutze…..
          Glaube nicht, das irgendein Cis-Mensch aus reiner Solidarität dorthin gehen würde 😉

          Greetz, Toby

  4. Hallo Toby und Jörn,

    ja, es ist wirklich traurig, daß man sein Geschlecht rein äußerlich anpassen “muss” nur um nach außen auch evtl. so akzeptiert zu werden wie man sich da fühlt. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal von den Navajo Indianern gehört habt. Ich hatte irgendwann mal im Fernsehen einen Beitrag über deren Kultur im Fernsehen gesehen und gleich nach eurem Podcast nochmal danach gegoogelt. Leider dann auch wiederum nicht so viel gefunden, aber eine Internetseite war dann schon wieder interessant und deckte sich auch mit meinen Info´s von der damaligen Fernsehsendung. Die Navajo´s kennen insgesamt 5 Geschlechter. Mann, Frau, Hermaphrodit, männliche Frau und weiblicher Mann. Hier ist noch die Seite zum nachlesen: http://mein-wahres-leben.blogspot.de/2014/03/die-funf-geschlechter-der-navajo.html
    Die Navajos gehen nach den inneren Werten für die Identität und das finde ich einen hervorragenden Ansatz.
    Ansonsten wünsche ich Dir, Toby, für deinen weiteren Weg alles Liebe und Gute… Du schaffst das Alles *fest die Daumen drück*
    Viele Grüße
    Silke

    1. Liebe Silke!

      Herzlichen Dank für den Link!!!! Ach….da geht mir doch gleich wieder das Herz auf…..natürlich sind uns indogene Völker (mal wieder) voraus! Besitze seit ich klein bin eine hohe Affinität zu Indianern, allen voran den Lakotas 😉 Du hast also ultimativ ins Schwarze getroffen! DANKE!!!!

      Greetz, Toby

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